Wie finde ich gutes Olivenöl? Tipps für den Einkauf von der Ölmühle Manestrini

Beim Olivenöl ist es ein bisschen wie beim Wein – es gibt eine große Auswahl verschiedenster Öle, und man sieht ihnen nicht auf den ersten Blick an, ob es sich um ein qualitativ hochwertiges Öl handelt und wie der Geschmack ist. Im sonnenverwöhnten Italien wird in vielen Regionen Olivenöl produziert. Das Olivenöl vom Gardasee ist zum Beispiel sehr fein im Geschmack. Doch wie finde ich nun ein gutes Olivenöl? Nicoletta Manestrini von der Ölmühle Manestrini am Westufer des Gardasees gibt uns ein paar Tipps.
 

1. Natives Olivenöl extra
Diese Bezeichnung (im italienischen: Olio di oliva extra vergine) bezeichnet das Verfahren, mit dem die Oliven ausgepresst werden – ausschließlich mechanisch. Grundsätzlich gilt: Um ein hochwertiges, natives Olivenöl extra herzustellen, werden nur gesunde Oliven, die gerade geerntet wurden, verarbeitet. Die Pressung der Oliven erfolgt 24, maximal 48 Stunden nach der Ernte.

2. 100% Oliven aus Italien
Wie beim Wein die Traube, ist die Olive entscheidend für den Geschmack des Öls. Hier empfehlen sich Olivenöle, die zu 100% aus italienischen Oliven hergestellt wurden.

3. DOP – geschützte Ursprungsbezeichnung
DOP (Denominazione d’Origine Protetta) ist eine geschützte Ursprungsbezeichnung für Lebensmittel in Italien. Sie garantiert, dass das Olivenöl in einer bestimmten Region produziert wurde (zum Beispiel Garda). DOP ist restriktiver als die Bezeichnung „100% italienisch“, da sie sich auf die Region bezieht und die Produzenten strengere Parameter bei der Herstellung einhalten müssen als für ein „normales“ natives Olivenöl extra.

4. Direktkauf beim Produzenten
Wer am Gardasee unterwegs ist, hat das Glück, direkt bei der Ölmühle oder beim Produzenten vorbeifahren zu können. In kleineren Betrieben wird sehr auf die Qualität geachtet, und außerdem bekommt man einen Einblick in den Herstellungsprozess und kann das Olivenöl meist auch verkosten.

5. Wie viel kostet ein gutes Olivenöl?
Der Durchschnittspreis pro Liter für ein gutes, 100% italienisches Olivenöl liegt bei 12 bis 14 Euro; für ein Olivenöl DOP zwischen 20 und 30 Euro pro Liter.

6. Eine Frage des Geschmacks
Je nachdem, wo das Olivenöl produziert wird, hat dieses dann auch einen sehr eigenen Geschmack. Olivenöle aus Süditalien sind beispielsweise sehr stark im Geschmack, während das Olivenöl vom Gardasee einen feinen, leichten Geschmack hat. Der Geschmack des Olivenöls variiert je nach Olivensorte (in Italien gibt es mehr als 500 verschiedene Sorten), Boden, Klima und Herstellungsmethode.

Zusammenfassend meint Nicoletta Manestrini, dass es schwierig sei, ein gutes Olivenöl am Etikett zu erkennen. Empfehlenswert ist es auf jeden Fall, ein zertifiziertes natives Olivenöl extra zu wählen, mit einem mittel bis hohen Preis. Am besten ist es, das Olivenöl zu probieren! Wenn es fade und süßlich im Geschmack ist, ist es nicht gut. Es muss an die grüne Olive erinnern und etwas bitter und würzig schmecken.

Hier finden Sie mehr Informationen zur Ölmühle Manestrini, die auch Besichtigungen und Degustationen anbietet.

Bildnachweis: Manestrini