Essenszeiten

Was frühstückt man in Italien, wie sieht ein typisch italienisches Mittag- oder Abendessen aus - und was ist la merenda?

La colazione – das Frühstück
Morgens geht es schnell in Italien: Ein Caffè oder Cappuccino und ein Brioche oder anderes süßes Gebäck – so sieht das typische Frühstück aus. Das ganze in der Regel auf dem Weg zur Arbeit stehend in einer Bar. Dabei noch ein kurzer Blick in die Zeitung oder drei Worte mit dem Kellner und dann geht’s schon weiter. Das wirkt hektisch und hat mit mediterraner Gemütlichkeit wenig zu tun. Aber es lässt sich erklären: Wer abends spät und üppig isst, hat morgens keinen Bedarf für ein reichhaltiges Frühstück. Außerdem kostet der Caffè im Sitzen deutlich mehr, da sobald man Platz nimmt ein Gedeck bzw. der Service berechnet wird.
Zuhause frühstücken in Italien eigentlich nur Kinder, Schüler und Hausfrauen. Aber auch da geht das Frühstück schnell und ist recht spartanisch.

Il pranzo e la cena - das Mittag- und Abendessen
Mindestens eine der beiden Hauptmahlzeiten stellt in der Regel ein äußerst opulentes kulinarisches Ereignis dar, das aus mehreren Gängen besteht. So kann ein Mittagessen im Restaurant schon mal eineinhalb Stunden dauern, ein Abendessen mitunter zwei bis drei.
 
Zum Essen werden Wein und Wasser getrunken und es ist nicht ungewöhnlich, dass auch Kinder einen Spritzer Wein in ihr Wasser bekommen. Zu jeder Mahlzeit werden Weißbrot sowie knusprige Grissini-Stäbchen gereicht und Stofftischtücher und –servietten sind eine Selbstverständlichkeit. Dafür wird dann ein Gedeck – das coperto – in Rechnung gestellt.

Klassische Speisenfolge:

Aperitivo: Der Aperitif wird oft bereits auf dem Weg ins Restaurant in einer Bar getrunken.

Antipasti: Die Vorspeisen sind in Italien eine wahre Pracht aus unzähligen typischen lokalen Spezialitäten. Oft kann man sich auch einen kleinen Teller am Buffet zusammenstellen.

Primo (piatto): Der erste Gang ist in der Regel ein Pastagericht, Risotto oder eine Suppe.

Secondo (piatto): Der zweite Gang ist der eigentliche Hauptgang und besteht aus Fleisch oder Fisch. Beilagen – die „contorni“ - werden separat dazu bestellt.

Dolce oder formaggio: Als Nachtisch gibt es Süßspeisen, Obst oder Käse. 

Caffè und digestivo: Zum Abschluss wird noch ein caffè und ein Digestif, wie zum Beispiel Grappa oder Amaro getrunken - oder die Kombination aus beidem ein caffè corretto.

La merenda - die Zwischenmahlzeit
Um die lange Zeit zwischen Mittag- und Abendessen zu überbrücken legen die Italiener noch eine Zwischenmahlzeit ein.
Das kann beispielsweise was Süßes, ein Stück Pizza oder einfach ein Salami- oder Schinkenbrot sein.

Bildnachweis: Thilo Weimar - gardasee.de